Viele Kundinnen und Kunden fragen sich, warum Versandkosten im Onlinehandel oft höher wirken als das, was auf dem DHL‑Etikett steht. Besonders bei kleinen Bestellungen entsteht schnell der Eindruck, dass Shops „zu viel“ verlangen. Wir möchten einmal transparent zeigen, wie sich die tatsächlichen Kosten zusammensetzen – anhand eines echten Beispiels aus unserem Shop.
Die Bestellung bestand aus zwei Artikeln:
- 2× NOMO Christmas Selection Box Gesamtwarenwert: 17,97 €
- Warenwert der beiden Artikel: 9,98 €
- Versandkosten: 7,99 €
- Gesamtbetrag der Bestellung: 17,97 € (inkl. Versand)
Dieser Artikel wurde also 2x bestellt:
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Klingt nach einer kleinen, unkomplizierten Bestellung. Doch die tatsächlichen Kosten sehen anders aus.
1. Versandkosten: Was DHL uns wirklich berechnet
Für Unternehmen gelten zusätzliche Zuschläge und die Mehrwertsteuer:
- DHL‑Grundpreis: 4,19 €
- Energiezuschlag: 0,04 €
- 19 % MwSt.: 0,80 € = 5,03 € tatsächliche Versandkosten
- Übrigens: Vor Weihnachten kommt noch ein Peak-Zuschlag von 50 Cent hinzu. Den ignorieren wir aber in diesem Beispiel.
2. Verpackung & Material
Auch Verpackung ist nicht kostenlos:
- Versandkarton: 1,39 €
- Packmaterial & Klebeband: 0,50 € = 1,89 €
3. Fulfillment‑Kosten
Unser Lager berechnet für jede Bestellung – egal ob 1 oder 20 Artikel – einen festen Packpreis:
- Kommissionierung & Verpacken: 3,00 €
4. Zahlungsgebühren
In diesem Beispiel wurde mit Klarna bezahlt. Klarna ist für Kundinnen und Kunden bequem – für Händler jedoch teuer:
-
Klarna‑Gebühren: 2,23 €
(Zur Einordnung: PayPal wäre günstiger gewesen, Vorabüberweisung am günstigsten.)
5. Einkaufspreis der Artikel
Die beiden bestellten Produkte kosten uns im Einkauf:
-
Einkaufspreis gesamt: 7,47 €
6. Gesamtkosten der Bestellung
Rechnen wir alles zusammen:
| Kostenpunkt | Betrag |
|---|---|
| DHL inkl. MwSt. | 5,03 € |
| Verpackung | 1,89 € |
| Fulfillment | 3,00 € |
| Klarna‑Gebühren | 2,23 € |
| Einkaufspreis | 7,47 € |
| Gesamtkosten | 19,62 € |
Der Verkaufspreis inklusive Versand betrug jedoch nur:
➡️ 17,97 €
Das bedeutet: Wir haben allein an dieser Bestellung rund 2 € Verlust gemacht.
7. Und dann kommt noch der Kundenservice dazu
Für diese Beispielbestellung (die Kundin hatte sich über unsere Versandkosten beschwert) haben wir zusätzlich:
- alle Zahlen herausgesucht
- die Kosten transparent aufgeschlüsselt
- eine ausführliche Antwort formuliert
Das dauerte etwa 30 Minuten.
Der Mindestlohn inklusive Lohnnebenkosten liegt bei 15,88 € pro Stunde. Das bedeutet:
➡️ ca. 8 € zusätzliche Kosten für die Bearbeitung der Anfrage.
Damit liegt der reale Verlust dieser kleinen Bestellung bei:
➡️ rund 10 € ➡️ realistisch sogar eher 15 €, wenn man typische Risiken wie Rücksendungen, beschädigte Ware oder falsch zugestellte Pakete berücksichtigt.
Warum große Plattformen das anders lösen können
Amazon & Co. können Versandkosten querfinanzieren – durch:
- extrem hohe Margen
- riesige Bestellmengen
- eigene Logistik
- Subventionierung durch andere Geschäftsbereiche
Ein Spezialshop wie unserer kann das nicht. Wenn ein Artikel 5 € kostet, gibt es keine 10 € Marge, die Verluste ausgleichen könnte. Genau deshalb mussten viele allergiefreundliche Shops in den letzten Jahren schließen – darunter FoodOase und nomochoc.de.
Warum wir trotzdem weitermachen
Unser Shop existiert nur, weil wir ihn als Herzensprojekt betreiben. Ich selbst arbeite unentgeltlich daran, damit Menschen mit Allergien weiterhin eine sichere Auswahl an Schokolade bekommen. Ohne dieses persönliche Engagement wäre ein solcher Shop wirtschaftlich nicht möglich.
Unser Tipp: Sammelbestellungen lohnen sich
Die Kosten pro Bestellung bleiben gleich – egal ob ein Artikel enthalten ist oder zehn. Deshalb empfehlen wir:
- mehrere Sorten gemeinsam auszuprobieren
- kleine Sammelbestellungen zu machen
- ab 20 € Bestellwert Versandkosten zu sparen
- ab 99 € komplett versandkostenfrei zu bestellen
So lohnt es sich für unsere Kundinnen und Kunden – und wir schreiben vielleicht sogar eine schwarze Null.
Viele Grüße aus dem Schoko‑Wunderland
Ihr Kim‑Rudolf Mayer

